Digitale Vorsorge
Vorab festlegen, was mit deinen Geräten, Konten und Daten geschehen soll, wenn du sie nicht mehr selbst verwalten kannst.
Einfach erklärt
Digitale Vorsorge beginnt bei einer praktischen Frage: Wer findet sich zurecht, wenn du dich eine Zeit lang oder dauerhaft nicht um deine Konten kümmern kannst? Dafür sammelst du wichtige Informationen, hältst Wünsche fest und klärst Zuständigkeiten. Das betrifft auch Situationen zu Lebzeiten, nicht erst einen Todesfall.
Ein guter Einstieg ist eine kurze Kontoübersicht. Notiere den Dienst, die verwendete Anmeldeadresse und den Zweck des Kontos. Ergänze laufende Zahlungen und Hinweise auf wichtige Dateien. Die Liste muss nicht sofort vollständig sein. Beginne mit E-Mail, dem Smartphone-Konto und den wichtigsten laufenden Verträgen.
Trenne die Übersicht von besonders geheimen Zugangsinformationen. Notiere, wo diese geschützt hinterlegt sind. Prüfe auch den zweiten Anmeldefaktor: Ein Passwort allein genügt bei vielen Konten nicht. Der vorgesehene Zugriff darf nicht ausschließlich von einem Gerät abhängen, das später vielleicht nicht verfügbar ist.
Besprich mit einer Vertrauensperson, welche Aufgaben sie übernehmen würde. Eine Wunschliste oder ein Kursarbeitsblatt schafft für sich genommen keine Vollmacht. Welche Befugnisse nötig sind und wie sie festgehalten werden, hängt von deiner Situation ab. Anbieterfunktionen wie Nachlasskontakt oder Inaktivitätsregeln decken jeweils nur einen Teil ab.
Überarbeite die Unterlagen nach größeren Änderungen: neue Telefonnummer, neues Hauptkonto, andere Vertrauensperson. Eine alte Liste kann sonst an genau der Stelle scheitern, an der Hilfe nötig wird. Teile in einem Vorsorgekurs keine echten Passwörter; übe mit erfundenen Angaben.
Beispiel aus dem Alltag
Gedachtes Beispiel: Elke schreibt auf, welche Rechnungen über ihr Postfach kommen. Mit ihrer Schwester bespricht sie, wo geschützte Unterlagen liegen und welche Aufgaben bei längerer Abwesenheit anfallen könnten.
Häufige Fragen
Muss ich dafür alle Passwörter weitergeben?
Du kannst zunächst Konten und Wünsche ordnen. Für den späteren Zugang braucht es einen geschützten und zur Berechtigung passenden Weg, keine offene Passwortliste.
Reicht der Nachlasskontakt im Smartphone?
Diese Funktion gilt für den jeweiligen Anbieter und den vorgesehenen Fall. Andere Konten, laufende Verträge und Hilfe zu Lebzeiten musst du gesondert bedenken.
Wie bleibt die Übersicht aktuell?
Wähle einen wiederkehrenden Prüftermin und aktualisiere sie zusätzlich bei wichtigen Änderungen. Ein Datum auf der Übersicht hilft, ihren Stand einzuordnen.
