EU AI Act verständlich erklärt
Was regelt der EU AI Act? Was bedeutet KI-Kompetenz für Unternehmen? Eine verständliche Orientierung ohne juristisches Vorwissen.
· Stand:
Was ist der EU AI Act?
Der AI Act ist die europäische Verordnung über künstliche Intelligenz. Er legt Anforderungen an die Entwicklung und Nutzung von KI fest, unter anderem zum Schutz von Gesundheit, Sicherheit und Grundrechten.
Nicht jede KI-Anwendung wird gleich behandelt. Eine Hilfe beim Schreiben eines Entwurfs ist anders zu beurteilen als ein System, das Bewerbungen bewertet.
Quellenstand: 8. September 2026. Prüfen Sie für Ihren Einsatz die geltenden Anforderungen und Fristen in den verlinkten offiziellen Quellen.
Warum unterscheidet die Verordnung nach Risiken?
Je größer die möglichen Folgen für Menschen, desto genauer muss eine Anwendung geprüft werden. Bestimmte besonders schädliche Praktiken sind verboten. Für sogenannte Hochrisiko-Systeme gelten besondere Anforderungen.
Andere Anwendungen müssen vor allem transparent machen, dass KI beteiligt ist. Viele alltägliche Anwendungen fallen nicht unter die Hochrisiko-Regeln. Datenschutz und andere Vorschriften können trotzdem gelten.
Welche Anwendungen sind verboten?
Der AI Act verbietet bestimmte Praktiken, die Menschen besonders gefährden können. Dazu gehören unter bestimmten Voraussetzungen manipulative Anwendungen und bestimmte Formen der Bewertung von Menschen nach ihrem sozialen Verhalten.
Auch für die Erkennung von Personen anhand körperlicher Merkmale bestehen besondere Regeln. Die genauen Voraussetzungen und Ausnahmen sind wichtig. Eine kurze Beschreibung reicht deshalb nicht aus, um einen geplanten Einsatz als erlaubt oder verboten einzuordnen.
Was bedeutet „Hochrisiko“?
Bei manchen Anwendungen kann ein Fehler erheblich in das Leben von Menschen eingreifen. Das kann zum Beispiel bei der Auswahl von Bewerbenden oder bestimmten Anwendungen in Bildung und Sicherheit der Fall sein.
Nicht jede KI in diesen Bereichen ist automatisch ein Hochrisiko-System. Es kommt auf ihre genaue Aufgabe an. Je nach Rolle können besondere Anforderungen an Dokumentation, Qualität und menschliche Aufsicht gelten.
Ein Beispiel
Eine KI formuliert eine Stellenanzeige verständlicher. Eine andere sortiert Bewerbungen aus. Beide arbeiten mit Text, haben aber sehr unterschiedliche Folgen für die betroffenen Menschen.
Wann muss erkennbar sein, dass KI beteiligt ist?
Für bestimmte Anwendungen und künstlich erzeugte Inhalte sieht der AI Act Hinweise oder Kennzeichnungen vor. Das betrifft unter anderem bestimmte Chatbot-Interaktionen und täuschend echte künstliche Medien, sogenannte Deepfakes.
Welche Kennzeichnung nötig ist, hängt von der Anwendung und möglichen Ausnahmen ab. Ein Unternehmen sollte diese Frage vor der Veröffentlichung oder Einführung klären.
Was bedeutet GPAI?
Manche KI-Modelle können für sehr unterschiedliche Aufgaben verwendet werden. Der AI Act nennt solche breit einsetzbaren Modelle General Purpose AI, kurz GPAI.
Für ihre Anbieter gibt es eigene Pflichten. Ein Unternehmen, das ein fertiges KI-Produkt nur nutzt, ist nicht automatisch selbst Anbieter des Modells. Wer ein System verändert oder unter eigenem Namen anbietet, sollte die eigene Rolle jedoch gesondert prüfen lassen.
Was heißt KI-Kompetenz für ein Team?
Beschäftigte sollten verstehen, was ihre KI kann, wo sie Fehler machen kann und welche Daten sie verwenden dürfen. Dazu gehört auch zu wissen, wann ein Mensch prüfen oder eingreifen muss. Das wird KI-Kompetenz oder AI Literacy genannt.
Die aktuellen Erläuterungen der Europäischen Kommission zu Artikel 4 sehen Maßnahmen vor, die den Aufbau dieser Kompetenz unterstützen. Vorkenntnisse und tatsächliche Aufgaben sind dabei zu berücksichtigen.
Die Schulung muss zum Einsatz passen. Ein Team, das Textentwürfe erstellt, braucht andere Beispiele als ein Team, das KI mit Kundendaten verbindet.
Was können Unternehmen jetzt konkret tun?
Verschaffen Sie sich einen Überblick, bevor Sie neue Anwendungen einführen. Klären Sie offene Rechtsfragen mit fachkundiger Unterstützung. Die verlinkten offiziellen Quellen helfen beim Einstieg.
- Aufschreiben, welche KI wofür eingesetzt wird.
- Zuständige Personen und betroffene Daten benennen.
- Prüfen lassen, welche Anforderungen und Fristen für den Einsatz gelten.
- Mitarbeitende anhand ihrer Aufgaben schulen.
- Festlegen, wer Ergebnisse kontrolliert und bei Problemen hilft.
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Begriffe zum Artikel
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- General Purpose AI – KI-Modelle mit breitem Einsatzzweck; im EU AI Act eine eigene Kategorie mit Pflichten für die Anbieter.
- KI-Kompetenz – Die Fähigkeit, KI zu verstehen, sinnvoll einzusetzen und ihre Ergebnisse kritisch zu beurteilen.
- AI Governance – Die Regeln, Zuständigkeiten und Kontrollen, mit denen eine Organisation ihren KI-Einsatz steuert.
- Human-in-the-loop – Ein Mensch entscheidet an einer wichtigen Stelle eines sonst automatischen Ablaufs aktiv mit.
- Foundation Model – Ein groß und breit trainiertes Modell, das als Grundlage für viele verschiedene Anwendungen dient.
Redaktion und Quellen
· Quellenstand: 8. September 2026.
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